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Historische Wurzeln

Aus Schutz vor dem Wetter begann der Mensch Behausungen zu bauen und sich in Kleidung zu hüllen. Zunächst waren es Häute erlegter Tiere, die das Material lieferten, später kamen pflanzliche Fasern hinzu. Geflochten, geknüpft oder gewebt entstanden daraus Bekleidung und Ausstattung.

Mit Reichtum und Macht avancierte das Weben zum kunstvollen Statussymbol. Damit wuchsen ästhetische Ansprüche und wertvolle Fertigkeiten. Vom Gewand an die Wand und schließlich auf den Boden gelangte das feine Material.

Webstühle gab es seit der Steinzeit, sie gehören ins Repertoire der ältesten Maschinen der Menschheit. Traditionell als Familienhandwerk ausgeführt, vernichtete der mechanische Webstuhl seit dem 18. Jahrhundert massenhaft Lebensgrundlagen. Der technische Fortschritt evozierte den Weberaufstand 1844. Der Einsatz von Lochkartenwebstühlen sowie schließlich die Dampfenergie ersetzten menschliche Leistung, was einst zuhause gefertigt wurde, unterlag nunmehr dem Fabrikreglement.

Zugleich eroberten Webteppiche zum Ende des 19. Jahrhunderts die Bürgerhäuser. Soziale Umbrüche und Errungenschaften begleiten das Weben in der Geschichte der Menschheit.