Aktuell

Silicon Valley der Qualitätsprodukte

Was bedeutet "Made in Germany" heute? Nachhaltigkeit und lokale Produktion sind einige der Stärken, mit denen deutsche Unternehmen werben. Aber was heißt es, heute eine Firma in Deutschland zu führen, die weltweit präsent ist und sich erfolgreich von Designed in Italy oder den USA unterscheiden muss?

Wie deutsche Unternehmen international erfolgreich agieren und warum sie auf den Standort Deutschland setzen, diskutierte eine hochkarätige Unternehmer-Runde im Kap Forum Köln. Zu Gast waren Andreas Dornbracht, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Dornbracht, Leo Lübke, geschäftsführender Gesellschafter von COR Sitzmöbeln; Thomas Trenkamp, geschäftsführender Gesellschafter von Carpet Concept und Steffen Salinger, Geschäftsführung Artemide.

Der Abend offenbarte die Stärken des deutschen Mittelstands: die Möglichkeit der Individualisierung von Produkten, das starke Vorantreiben von Innovationsfähigkeit durch den deutschen Standort. „Wir haben schon früh auf den Produktionsstandort Deutschland gesetzt und Teppichboden immer als „textilen Baustoff“ verstanden,“ erklärte Thomas Trenkamp. „Produktentwicklung als kontinuierlichen Prozess zu sehen“, war ein Schlüssel für den Erfolg seines Unternehmens Carpet Concept. „Made in Germany hat viel mit der Produktphilosophie zu tun und zwar vor allem mit den Faktoren Funktionalität und Gestaltung sowie Nachhaltigkeit,“ ist er überzeugt. Leo Lübke folgte ihm: „Der Antrieb, ein Unternehmen zu leiten, ist nicht ausschließlich monetärer Natur. Befriedigender als die Gewinnmaximierung oder Umsatzsteigerung ist die Realisierung von Ideen, die der Gründer voller Leidenschaft verfolgt hat. Für mich persönlich ist es sehr befriedigend, viele unterschiedliche handwerkliche Berufe unter einem Dach zu vereinen und den Mitarbeitern gute Arbeitsplätze anbieten zu können.“

Deutlich wurde in der Diskussion, dass Nachhaltigkeit, Flexibilität und lokale Produktion keine Lippenbekenntnisse des Mittelstands sind, sondern echte Stärken, zu der noch eine weitere kommt, die Andreas Dornbracht ergänzte: „Wir als Mittelstand haben eine Riesenchance, dass wir mit unserem Eigentum dafür einstehen und gewissen moralischen Prinzipien auch folgen,“ erklärte der geschäftsführende Gesellschafter von Dornbracht. Dass der Wert „Made in Germany“ für einen klaren Qualitätsbegriff, untermauert durch die Trias „Innovation, Entwicklungs- und Produktqualität“ steht, unterstrich auch Steffen Salinger: Letztlich gehe es vor allem um „Werte“ – und diese Übereinstimmung treffe auch auf sein  italienisches Unternehmen Artemide zu.

Shanghai 360° in Belgrad
Carpet Concept sponsert Ausstellung über die Mega-City Shanghai

In Belgrads Fußgängerzone Kneza Mihaila konnten vom 13. Juni bis 17. Juni 2018  rund 112.000 Besucher die chinesischen Mega-City Shanghai in der 360 Grad Panorama-Rotunde hautnah erleben. Das Besondere an diesem Bild-Erlebnis ist die immersive Umgebung: Der Besucher kann in das Bild förmlich eintauchen, als befände er sich am Ort des Geschehens, mitten in Shanghais Neubauviertel Pudong.

Die faszinierende Aufnahme der Großstadtsilhouette wurde mit einer speziell dafür angefertigten Drohne mit 16 Rotoren vom Fluss Huangpu aus fotografiert. Dank der hohen Auflösung sind selbst kleinste Details sichtbar.  

Präsentiert hat HG Esch die boomende Skyline bereits sehr erfolgreich in New York direkt vor dem Rockefeller Center. Weitere Standorte waren Houston, Paris, Lyon, Berlin, St. Moritz, Mailand, Köln und Hamburg.

Kooperationspartner
Leica Camera AG

Sponsoren
The Information Office of Shanghai Municipality 
carpet concept
ingenhoven architects

Was uns bewegt

Christoph Ingenhovens Arbeit am Raumschiff Erde: Vortrag mit Diskussion in dem von Carpet Concept mit initiiertem KAP Forum Köln.

 

Ein Flug mit der ISS über unseren blauen Planeten: „We are all astronauts“ zitiert Christoph Ingenhoven den amerikanischen Architekten und Visionär Buckminster Fuller zu Beginn seines Vortrags im KAP Forum Köln, das mit rund 250 Besuchern im Museum für Angewandte Kunst in Köln ausgebucht war.

Christoph Ingenhoven zählt nicht nur zu den Überfliegern der deutschen Architekturszene, sondern auch zu ihren Vordenkern. Ihm gelingt, was Fuller früh bewegte: die Arbeit auf dem Raumschiff Erde möglichst umfassend zu denken. „Wir versuchen, so wenig zu tun wie möglich“, beschreibt er bei Darstellung seiner Bauten zwischen Singapur und Stuttgart 21. Eine Reise über Kontinente, die Ingenhoven auch politisch begreift: „Das Ziel bei unseren Häusern ist, dass man nichts mehr wegnehmen kann, dass alles Sinn macht und Sinn ergibt.“ Supergreen ist für ihn mehr als nur ein Begriff, „Supergreen umfasst, was uns antreibt.“

 

 „Die ersten 20 Jahre hat uns niemand nach einem grünen Gebäude gefragt“, sagt Christoph Ingenhoven. Inzwischen sei das Thema auch bei den Endverbrauchern angekommen. Diese entschieden über die Zukunft: Flächenfraß, Energieverschwendung, Nahrungsmittelknappheit – zu all diesen Themen hat Ingenhoven eine Statistik oder einen klugen Vergleich. Beispiel: Rund 18 Prozent der Weltbevölkerung lebten in Großstädten, doch diese stünden für 66 Prozent der Weltwirtschaftsleistung. Eine Zahl, mit der er deutlich macht, das Architektur einen Auftrag übernimmt, der über das Private hinausgeht – sie ist öffentlich und besitzt Verantwortung. Ingenhoven übernimmt diese Verantwortung, zum Beispiel mit seiner mehrfach ausgezeichneten „Marina One“ in Singapur. Ein Ensemble aus Wohn- und Bürotürmen für über 20.000 Menschen, das bewusst nicht in Spiegelglas errichtet wurde, da Städte perse schon sechs bis acht Grad wärmer seien als die Umgebung und nicht künstlich weiter aufgeheizt werden müssten. Die Marina One ist deshalb in Brauntönen gehalten und von Grün überwuchert. Ein Hochhauskomplex, der mit seinem Konzept der Stadt ein Vielfaches des gesetzlich geforderten Minimums zurückgibt: Atmosphäre, Aufenthaltsqualitäten, ein Stück Grünraum, Öffentlichkeit und zugleich zeigt, wie zukünftiges Bauen in subtropischen Megacities funktionieren kann.

 

Energieeffizienz als politisches und ökologisches Programm – das wird von Ingenhoven in Architektur übersetzt. „Häuser können immer einen Beitrag leisten“, lautet seine Überzeugung. Demnächst wird er auch in Düsseldorf ein solch begrüntes Gebäude mitten in der Stadt entstehen lassen, mit weinbergartig angepflanzten Buchenhecken, die schon jetzt für ihren Einsatz wachsen dürfen.

Die Abschlussfrage: „Kann man ein Gebäude essen, obwohl man es schon gegessen hat?“ Das Sprachbild spielt auf das „cradle to cradle“-System an. Ein Gebäude so zu errichten, dass seine Teile wieder der baulichen „Nahrungskette“ zugefügt werden können. Bei Ingenhoven ist auch dieser Gedanke mit einem „mehr“ verknüpft. Der Herausforderung nicht nur aus den Teilen, sondern aus dem kompletten Ganzen ein Neues zu generieren. Ein Vorhaben, das deutlich macht: wenige Architekten lassen sich so allumfassend auf das Thema energieeffizientes Bauen ein wie der Hollein-Schüler Christoph Ingenhoven.

 

 

CHRISTOPH INGENHOVEN.

SUPERGRÜN. POSITIONEN ZUR ZUKUNFT DES BAUENS.

DI., 12. JUNI 2018, 19 UHR

Mit eleganten Bauten hat sich Christoph Ingenhoven einen Namen weit über Deutschland hinaus gemacht. Seine Architektur verbindet Ökologie und Präsenz. Wie aber funktioniert Nachhaltigkeit wirklich? Wie lassen sich Potentiale vor Ort heben? Was steht über Bewertungsrastern und Vorschriften – und wie lassen sich Prinzipien gewinnen, die über den Tag hinausreichen? Denn eines ist sicher: Nachhaltigkeit ist keine Option mehr. Sie ist gesetzt. Impulsvortrag und Gespräch.

 

wo:  MAKK Museum für Angewandte Kunst, An der Rechtschule, 50667 Köln

Referent:

Christoph Ingenhoven,
Dipl.-Ing. Architekt BDA, RIBA, ingenhoven architects, Düsseldorf

Moderation/Leitung:

Andreas Grosz & Dr. Oliver Herwig
KAP Forum

 

Begrüßung

Dr. Petra Hesse
Direktion MAKK, Köln

 

Anmeldung: KAP FORUM
Der Eintritt ist frei!

 

 

CORPORATE ARCHITECTURE.

BRAUCHEN UNTERNEHMEN NOCH EIGENE HÄUSER?

DI., 24. APRIL 2018, 19 UHR

Google, Amazon und Facebook legen vor: Corporate Design spielt eine wichtige Rolle, wenn sich Internetriesen als modern darstellen. Apple investiert sogar Milliarden in seinen Campus. Das so genannte Spaceship wurde von Lord Foster entworfen. Doch wie sieht es in Deutschland aus? Wie präsentieren sich hier Arbeitgeber? Und können Start-Ups auf das eigene Bürohaus womöglich verzichten?

 

wo:  MAKK Museum für Angewandte Kunst, An der Rechtschule, 50667 Köln

Referent:

Martin Henn
Dipl.-Ing. Arch., Managing Director, HENN, Berlin

Jochen Siegemund
Prof. Dipl.-Ing., CIAD Cologne Institute of Architectural Design, TH Köln

Werner Sübai
Dipl.-Ing. Arch., Geschäftsführer, HPP Architekten, Düsseldorf

Gerhard Wittfeld
Dipl.-Ing. Arch., Geschäftsführer, kadawittfeldarchitektur, Aachen

Moderation/Leitung:

Andreas Grosz & Dr. Oliver Herwig
KAP Forum

 

Begrüßung

Dr. Petra Hesse
Direktion MAKK, Köln

 

Anmeldung: KAP FORUM
Der Eintritt ist frei!

 

 

Carpet Concept zeichnet zum zehnten Mal aus:

INsider Award-Verleihung in Köln. Preis prägt seit Jahren die Innenarchitektur.

„Das Überwältigende war die Anerkennung und zugleich die Laudatio, die mein Geschäftspartner Steffen Bucher hielt“, bekannte der diesjährige Preisträger des INsider Award, Lars-Erik Prokop, von 12:43 Architekten aus Stuttgart.

Zum zehnten Mal wurde der INsider Award von Carpet Concept in Köln verliehen. Bewertet wird das Schaffen der Nominierten während einer Klausurtagung, bei der ausgewählte Innenarchitekten als Juroren fungieren und den Preisträger – also den INsider des Jahres -direkt vor Ort wählen. „Es sind drei besondere Tage an sehr besonderen Orten“, berichtete Schirmherr Robert Piotrowski, Leiter und Inhaber von Ecker Architekten, Heidelberg. Diesmal in Barcelona tagend, wurden folgende Innenarchitekten ausgezeichnet: Den ersten Preis erhielt Lars-Erik Prokop von 12:43 Architekten aus Stuttgart für seine durchdachten, fließenden Raumkonzepte, die sich dem Schwerpunkt Gesundheit und Praxis widmen. Dieter Schmidt, Partner von Schmidt Holzinger Innenarchitekten aus Rodgau, erhielt den zweiten Preis für seine sensible Gestaltung privater Innenräume. Preisträgerin Eva Marguerre vom Studio Besau-Marguerre aus Hamburg wurde für ihren experimentellen Umgang mit Material und Farbe sowie dem daraus entstehenden Dialog im Raum von ihren Kollegen ausgezeichnet.

Qualität und eine klare Haltung gegenüber der Gestaltung, verbindet der diesjährige Preisträger des INsider Award Lars-Erik Prokop nicht nur mit dem Award, sondern auch mit dem ausrichtenden Unternehmen, Carpet Concept. Inzwischen im zehnten Jahr als Ideengeber und Initiator des INsider Awards unterwegs, entwickelte Carpet Concept diesen Preis zu der wohl begehrtesten Auszeichnung in der Innenarchitektur. Zugleich hat sich der INsider Award zu einem renommierten Forum für Vernetzung und Austausch etabliert.

ARCHITEKTUR & BILDUNG

Wo sollen unsere Kinder lernen? Wenn das Schulklo zum Wahlkampfthema wird.

DI., 20. MÄRZ 2018, 19 UHR

»Erst bauen die Menschen Häuser, dann bauen die Häuser Menschen« – ist ein geflügeltes Wort geworden. Was aber bedeutet das für den Schulbau? Werden Klassenzimmer morgen grundsätzlich anders aussehen? Oder gibt es sie womöglich gar nicht mehr in digitalen Zeiten? Unser heutiger Abend zeigt, wie und wo sich Architektur und moderne Pädagogik verbinden.

 

wo:  MAKK Museum für Angewandte Kunst, An der Rechtschule, 50667 Köln

 

Moderation:
Andreas Grosz & Dr. Oliver Herwig, KAP Forum für Architektur & Stadtentwicklung

 

Referenten:

Andreas Niessen, Schulleiter
Geschwister-Scholl Gymnasium Pulheim

Dr. Peter Rösner, Leitung, Stiftung
Louisenlund (Schleswig-Holstein)

Prof. Johannes Schilling, Architekt
BDA, Schilling Architekten, Köln

Prof. Gernot Schulz, Architekt BDA,
gernot schulz : architektur GmbH, Köln

Johannes Talhof, Hess Talhof Kusmierz,
Architekten /Stadtplaner, München

 

Anmeldung: KAP FORUM
Der Eintritt ist frei!

Man muss sich mehr zumuten.

„Ich finde es spannend, Teppichboden aus seinem Kontext zu reißen,“ sagt Patrick Lüth von Snøhetta aus Innsbruck. Erst kürzlich arbeitete der Architekt für eine temporäre Installation mit einem Teppichboden von Carpet Concept.

Snøhetta Arkitektur og Landskap sind bekannt für ihre transdisziplinäre Denk- und Arbeitsweise. Interdisziplinarität ist bei Snøhetta kein Schlagwort, sondern treibende Kraft und Haltung – ob in der Zusammenarbeit mit Kreativen, Landschaftsplanern, Philosophen oder Künstlern wie Olafur Eliasson. Weltweit sorgen ihre Bauten für Aufmerksamkeit: die Bibliotheca Alexandrina, die sie 2002 errichteten, das Olympic Art Museum Lillehammer oder die Oper in Norwegen. Was alle Projekte des Büros verbindet, ist die Herangehensweise, Architektur als gebaute Landschaft zu betrachten. Auf diesen Aspekt fokussierte auch die Ausstellung von Snøhetta in Innsbruck, in der die Installation „Relations“  im Mittelpunkt stand – realisiert mit dem Teppichboden Eco Iqu von Carpet Concept. Patrick Lüth von Snøhetta spricht über die besondere Herangehensweise des Büros an Projekte und warum Landschaft im Fokus der Architektur einen zentralen Stellenwert hat.

Herr Lüth, an welchem Bild haben Sie sich heute Morgen besonders erfreut? 

Am meisten an dem Bild meiner Kinder, die sich ihrerseits am ersten Schnee in Innsbruck erfreut haben. Diese unglaubliche Veränderung, die die Kinder in der Landschaft festmachen und erleben, ist bewegend.

Welchen Stellenwert nimmt Landschaft für Sie in der Gestaltung ein?

Wir haben bei Snohetta zwei Komponenten des Landschaftsbegriffes. Jedes Gebäude steht im Landschaftskontext und das hat für uns Einfluss auf Strukturen.  Wir beschäftigen uns sehr stark mit dem physischen Kontext. Dabei gibt es für uns keine Dogmen. Es können zum Beispiel organische Strukturen sein, die den Kontext bestimmen. Wir glauben, dass Topographie bei den Nutzern etwas bewegen kann, denn zwischenmenschliche Interaktionen werden durch Gestaltung gesteuert. Ein Beispiel hierfür ist unser Opernhaus in Norwegen.
Was beobachtet man dabei?
Im Innenraum passiert Folgendes: Wenn sie aus den klassischen Bewegungsmustern herausgehen, zum Beispiel auf schiefen Flächen laufen, benehmen sie sich neu, es beeinflusst Besucher. Das bricht Hemmschwellen, vieles passiert nun auf Augenhöhe. Auch auf dem Operndach in Oslo ist das der Fall. Die Leute benutzen es neu. Bei dem Weg über die ungeraden Flächen gehen sie sehr behutsam, wie in der Natur. Man kann Architektur physisch erleben. Die Architektur selbst ist statisch, aber wir bewegen die Nutzer, physisch und inhaltlich. Uns geht es darum, dass wir über Architektur mit den Leuten direkt in Kontakt treten.
Wie versuchen Sie, die Natur in die Architektur zurückzubringen?

Wir wollen respektvoll mit der Natur umgehen. Es geht um Atmosphären, die man aus der Architektur ableitet und um das Zurückholen und Schützen der Natur. Ein Beispiel ist Nord-Norwegen, wo es für uns notwendig erschien, einen Teil eines Berges zu entfernen. Aber respektvoll, um den Ort zu schonen.
Warum sind Architektur und Natur heute so oft Gegensätze?

In Mitteleuropa hat es damit zu tun, dass Architektur als Dienstleistung und nicht als Gestaltung von Lebensräumen aufgefasst wird. Gebäude sind oft nur ein Teil, sie werden nicht in einem Gesamtkontext von Lebensraum betrachtet. Oft fehlt die Sensibilität in Städten, mit diesem verdichteten Raum umzugehen.
Ist der städtische Raum Ihrer Ansicht nach zu sehr verdichtet?

Ich glaube nicht, dass der Raum zu sehr verdichtet ist. Dichte muss ja nicht heißen, alles zu bebauen. Wir versuchen, an solchen Stellen in die Höhe zu gehen. Dichte ist nicht schlecht, per se zeugt sie von Frequenz. Aber mit Verdichtung einhergehend ist sensible Planung. Wir stellen gerade ein kleines Projekt mit 40 sehr verdichteten Wohneinheiten her. Ein vertikales Gebäude, die Dachflächen sind begrünt, das Thema „urban gardening“ spielt eine Rolle. Ein kleines Beispiel, aber in der Zwischenzone von 5.000-20.000 Einwohner-Städten ist das ein großes Vakuum.
Wie versuchen Sie, Materialien auszuwählen?

Unsere Materialauswahl bei Snøhetta folgt grundsätzlichen Überlegungen. Wir setzen so wenige Materialien wie möglich ein. Marmor und Holz dominieren z.B. an der Oper in Oslo, diese Materialien werden sehr gewissenhaft ausgewählt. Wenn wir Marmor festlegen, wird er an verschiedensten Oberflächen verwendet, mal dünner, mal dicker. In Saudi-Arabien benutzten wir das Material Stampflehm, da es eine feste Verwurzelung in der Geschichte hat. Gleichzeitig kontrastierten wir es mit Edelstahl, einem hochtechnischen Werkstoff der Zukunft. In der ersten Kommunikation mit dem Bauherrn löste der Stampflehm große Verwunderung aus. Aber er machte Sinn, weil das Material verortet ist.
Gibt es auch textile Landschaften, mit denen Sie sich beschäftigt haben?

Textile Landschaften sind ein Thema, das wir noch nicht ausgeschöpft haben. Es hat Faszination und besitzt die Qualität der Weichheit. Es wäre ein Thema, mit dem wir gut arbeiten und experimentieren können. Man könnte sich z.B. auch ein spannendes Studienobjekt mit Teppichboden vorstellen und viele, ungewöhnliche Ideen umsetzen.
Sie schrecken nicht davor zurück, Materialien aus ihrem Kontext zu bringen. Hätten Sie auch für das Thema Teppichboden eine neue Idee?

Teppichböden sind sehr hochwertige Materialien, akustisch wirksam und anschmiegsam. Wenn wir den Boden aus der Dreidimensionalität in die Vertikalität bringen, kann ich mir vorstellen, ganze Räume auszukleiden, vom Boden bis zur Decke, und viel Neues auszuprobieren.
Sie haben vor kurzem in der Ausstellung „Relations“ den Teppichboden Eco Iqu S von Carpet Concept eingebracht – warum genau diesen?

Das spannende an diesem Teppichboden-Produkt ist, dass es zweifarbig ist. Unsere Inspiration war, dass wir eine architektonische Landschaft zeigen wollten, die auf unsere Herkunft aus Norwegen anspielt. Der Teppichboden von Carpet Concept hat uns an Rentierflechten erinnert. Eco Iqu hat sich zugleich funktional als vorteilhaft erwiesen, weil er relativ rutschfestist. Unsere Installation bei unserer Ausstellung in Innsbruck war sehr steil, an der steilsten Stelle sogar über 30 Prozent – wie eine Skiabfahrt. Unser Leitspruch ist „man muss sich mehr zumuten“, ob bei der Begehung der Installation oder bei neuen Ideen, die wir dem Bauherrnpräsentieren. Auch wir muten uns einmal im Jahr etwas Besonderes zu: den Snøhetta-Berg in Norwegen zu besteigen. Das erreichen wir gemeinsam. Und das ist auch im Bauprozess so: wenn man sich eine starke Aufgabe stellt und diese schafft, dann ist das sehr befriedigend.

Welches Projekt würde Sie zur Umsetzung für die Zukunft besonders reizen?

Spannende Projekte sind die, bei denen wir uns selbst hinterfragen müssen und die wir mit unserem Gegenüber weiterentwickeln. Große Wettbewerbe lassen manchmal richtige Innovationen zu. Aber es müssen nicht immer die Dinge sein, die sich am Ende des Tages auch gut vermarkten lassen.

Fotos: Günter Richard Wett, Richard Wett, Snøhetta

Alles kann, nichts muss.

SLO Advantage von Carpet Concept.

Die neuen Office-Trends spiegeln den Wunsch nach mehr Individualität, Umweltfreundlichkeit und Atmosphäre. Ganz vorn mit dabei ist Carpet Concept: Mit der neuen Teppichfliesen-Kollektion SLO-Advantage und den ganzheitlich gedachten Textilsystemen gibt das Unternehmen Antworten auf die Bedürfnisse der Zeit.

DIE NEUE SERIE SLO-ADVANTAGE: 

Das Geheimnis des Erfolgs? Anders denken als die anderen.

Textilien stehen bei der Umsetzung von Sinnlichkeit im Interior an erster Stelle, begleitet von dem Wunsch nach mehr Individualität und Modularität. „Schönheit für alle“, das skandinavische Credo, greift Carpet Concept mit seiner neuen Teppichfliesen-Generation SLO-Advantage auf. Frei nach dem Motto: nichts muss, aber alles kann. So ist mit SLO-Advantage eine neue Fliesengeneration entstanden, die mit großen Formaten, einem enormen Farbenspiegel und der jeweils passenden Bahnenware Antworten auf die immer komplexer werdende Unternehmenswelt gibt. Fragen nach flexibler Zonierung, hervorgehobenen Mittelzonen und der Akzentuierung atmosphärischer Open Spaces werden mit einem kompletten Baukasten-System beantwortet. Ein sinnlich-textiles Konzept, dass die Sprache von Carpet Concept spricht: ökologisch, nachhaltig, wiederverwertbar, akustisch und gesund.

SLO 150 - CONCRETE

Zurückgenommen, aber voraus gedacht: CONCRETE. Die architektonische Teppichfliese.

Der Entwurfsgedanke von CONCRETE: heutige Bürowelten brauchen akzentuierte, moderne Mittelflächen, die räumliche Weite erzeugen. Die Antwort: mit natürlichen Weiß-, Sand- und Lehmtönen wirken die Teppichfliesen CONCRETE kontrastreich, erinnern an Betonoberflächen und sind mindestens genauso unempfindlich. Sie fügen sich in minimalistische Konzepte, sorgen für einen kantigen Look und vermitteln räumliche Weite.

Weniger ist mehr: So entsteht ein klarer, moderner Belag, der die Mittelzone flächig unterstreicht. Ein ganzer Baukasten rundet den Entwurfsgedanken ab. CONCRETE gibt es als passende Bahnenware, akustisch wirksam, sie ist wiederverwendbar und nachhaltig produziert. Für alle, die auf eine betont architektonische Anmutung Wert legen. Denn weniger ist mehr: mehr Klarheit, mehr Zeit, mehr Reduktion und mehr Einfachheit.

SLO 151 - STONE WASHED

Landschaft für Menschen und Räume: STONE WASHED. 

Modisch, maritim, elegant: STONE WASHED, die dezenteste Teppichfliese der neuen Advantage-Serie von Carpet Concept, ist unter dem Licht des Nordens entstanden. Sie gewinnt ihre Töne aus den Farben des Meeres und des Himmels, wirkt zeitlos und elegant. Die Mittelzone wird durch STONE WASHED unaufgeregt und dezent akzentuiert.

Mit den edel verwaschenen Farben von STONE WASHED fängt innen das Leben draußen an. Die exklusive Teppichfliese von Carpet Concept überzeugt  mit neuem Touch, durch große Formate und die passende STONE WASHED-Bahnenware für unterschiedliche Office- und Lebenssituationen. Akustisch ausgerüstet dämpft sie Geräusche, ist extrem robust, leicht zu verlegen und zeigt sich in linearer, klarer Aussage: textile Modularität für mehr Flexibilität. Ein ökologisch, nachhaltiges System, wiederverwertbar und gesund.

SLO 152 - VINTAGE

Ästhetische Wegeführung: VINTAGE, Laufsteg-Look für Mittelzonen.

Piazza fürs Office: Im Büro wird die Mittelzone als Aktionsmittelpunkt neu entdeckt, als Netzwerk-Platz und lebendiges Rückgrat des Unternehmens. Genau hierfür ist die Teppichfliese VINTAGE von Carpet Concept gedacht.

VINTAGE führt als Roter Faden durch die Bürowelt. Die Teppichfliese in großen Formaten betont durch lockere, eingefärbte Stripes die Mittelzone.  Wie ein Wegeleitsystem führt VINTAGE als sinnlich-lebhaftes Raumelement durch den pulsierenden Aktionsbereich. Der Dreiklang aus Struktur, Design-Stripes und Farbe erlaubt vielfältigste Kombinationsmöglichkeiten. Ein textiles Gesamtkonzept fürs Büro mit unterschiedlichen Formaten und passender Bahnenware. Hergestellt mit Passion, Natur und ohne Chemie.

Für Sie und die Umwelt.

Die Kollektion SLO-Advantage auf einen Blick.

SLO Advantage, Teil der neuen, textilen Welt von Carpet Concept, kennzeichnet sich durch einfache Verlegung, ein äußerst robustes Material, Wiederverwertbarkeit und die ökologische Herstellung.

Cradle to cradle - viel Natur, keine Chemie.

Die Natur kennt keinen Abfall, sondern Ressourcen. Carpet Concept setzt sich für den Ressourcenschutz aktiv ein. Deshalb sind alle Teppichbodenprodukte nachhaltig produziert, ökologisch und wiederverwertbar.

Flexibel: Nichts muss, alles kann.

Für den fliegenden Wechsel: Jede Teppichfliese ist in verschiedenen Formaten und als Bahnenware zu bestellen. So gibt es für alle Situationen und Konfigurationen aufeinander abgestimmte Produkte. Einfach zu verlegen, schnell zu verstehen.

Gesund: Für Ihr Raumklima.

Das hoch strapazierfähige Material gleicht die Luftfeuchtigkeit aus, indem es Feuchtigkeit von der Umgebungsluft absorbiert und diese an die Umgebungsluft abgibt. So entsteht ein gutes Raumklima und extremer Komfort.

Erholsame Akustik

Die Kollektion Advantage dämpft Geräusche und trägt zu einer erholsamen Akustik in Wohngebäuden, Büros, Industriegebäuden und öffentlichen Räumen bei.

 

Geringe Energiekosten

 

Die Teppichfliesen speichern Wärme aus der Umgebungsluft. Dies trägt zu niedrigeren Energiekosten, geringeren Umweltbelastungen und einem stabilen und komfortablen Innenraumklima bei.

QUADROSKOP: DIE UNENDLICHEN VARIABLEN DER TEXTILEN WELT

Neu und einzigartig präsentierte sich die Domotex , die Weltleitmesse für Teppichböden und Bodenbeläge, in Hannover. "Unique Youniverse" hieß die Trendschau auf der von der Agentur SCHMIDHUBER neu ausgerichteten Messe, die mit Überraschungen aufwartete: Im Mittelpunkt stand das Quadroskop – eine betretbares Kaleidoskop, das neue Raumerlebnisse bot - ausgerüstet mit Teppichbodenbeispielen von Carpet Concept.

Susanne Schmidhuber ist Innenarchitektin und Gründerin von SCHMIDHUBER. Das Kreativteam aus München ist auf Live-Kommunikation und Markeninszenierung im Raum spezialisiert und gab der Domotex  eine überraschende neue Ausrichtung. Mit dabei im Trendbereich der Domotex: die Teppichfliesen von Carpet Concept. Sie wurden in einem begehbaren Quadroskop erlebbar. Wie die Idee zum Quadroskop entstand und welche Trends es zukünftig gibt: Susanne Schmidhuber im Gespräch.

Das Quadroskop  stellte eine Besonderheit auf der Messe dar – waswar die Idee dahinter?

Susanne Schmidhuber: Das Leitthema für die Domotex war „Unique Youniverse“, basierend auf dem Megatrend der Individualisierung. Uns war von Beginn an wichtig zu zeigen, wie vielfältig und erlebnisreich Bodenbelag sein kann.  Die Messe sollte nicht nur Produktshow sein, sondern sollte Inspirationen liefern. Deshalb haben wir auch das Quadroskop entwickelt. Einen Raum, der in seiner Gestaltung ein ganz eigenes Universum aus Spiegeln erzeugt, das zum Spiel mit Dimensionen anregt.

Sie wollten bei der Domotex über den Tellerrand hinausschauen – was sehen Sie dort, welche Zukunftsideen gibt es in der Branche?

Susanne Schmidhuber: Durch den technischen Fortschritt ist die Bodenbelags-Branche im Umbruch und steht vor großen Herausforderungen. Die Produkte werden intelligent und kombinieren in Zukunft mehrere Funktionen. Das ist sehr vielschichtig. Schon in fünf bis zehn Jahren wird es Beläge geben, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können, wie z. B.  sensorisch wirksame Teppichböden, die bestimmte Bewegungsmuster erkennen.

In der Zusammenarbeit mit jungen Künstlern und Hochschulen haben wir außerdem gesehen, dass es ein großes Bedürfnis gibt, sich mit Naturmaterialien auseinanderzusetzen und den Einsatz von Chemikalien grundsätzlich zu vermeiden. Nicht zuletzt ändert sich der Planungsansatz. Der Boden wird heute von Anfang an in das Gesamtkonzept mit einbezogen und ist kein Solitär mehr.

Die Teppichbodenfliese ist ein Zugpferd geworden – weil sie sich so gut individualisieren lässt?

Susanne Schmidhuber: In der Flut der digitalen Kommunikation steigt das Bedürfnis der Menschen, sich eine ganz persönliche Welt zu gestalten. Große Firmen wie Ikea bieten Hocker an, bei denen die Farbe der Beine wählbar ist. Ein Trend, dem die Teppichfliese in ihrer Vielfalt entspricht.

Wie kam es dazu, dass Sie für das Quadroskop die Teppichböden von Carpet Concept ausgewählt haben?

Susanne Schmidhuber: Wir sind ein Team aus Architekten, Innenarchitekten, Kommunikations- und Produktdesignern und haben auch spezialisierte Materialexperten an Bord. Wir kennen die Produkte von Carpet Concept gut. Grundsätzlich ging es uns darum, eine fast unendliche Variabilität der Qualitäten und Kollektionen abzubilden und dazu ein großes Spektrum des Farbverlaufs.

Im Quadroskop  können die Besucher beispielsweise an ein gelbes Teppichmuster herantreten, es drehen und auf der Rückseite ebenfalls einen gelben Teppichboden in anderer Qualität und anderer Musterung finden. Das demonstriert, dass sich bei genauem Hinsehen immer mehr Unterschiede und Details entdecken lassen. Unendliche eben. Das Produkt Eco Iqu mit seiner glatten und das Pendant Eco Iqu S mit seiner wolligen Oberfläche, spielt hier eine große Rolle. Es kann die Spielmöglichkeiten auf dem Boden gut darstellen. Es zeigt, wie man mit den gleichen Farben und Materialien völlig unterschiedliche Texturen schafft.  Ein Produkt, das dem Individualitätsgedanken am stärksten gerecht wird.  

Zugleich fällt uns auf, dass sich Carpet Concept sehr erfolgreich vom Produktfokus weg zu einer Firma entwickelt hat, die in Räumen denkt, gerade auch mit akustischen Raumsystemen und Textilien. Das unterstützt die Arbeit für uns Planer enorm, wenn Firmen mitgehen.

Sie selbst sind Innenarchitektin: Brauchen Planer neue Oberflächen die digitalisieren, vernetzten, akustisch wirksam sind – also mehrere Bedürfnisse vereinen?

Susanne Schmidhuber: Ja, Oberflächen erfahren eine neue Wertigkeit. Was früher ein dicker, schwerer Wollteppich war, luxuriös und teuer, verschiebt sich. Jetzt sind auch harte Texturen gefragt, die mehr Aktionen aufnehmen als nur den Boden zu belegen. Deshalb ist es auf jeden Fall wichtig was die Oberfläche aktiv tun kann. Im Krankenhausbereich gibt es zum Beispiel Bodenbeläge, die Wärmefasern integrieren, um zu vermelden, wenn jemand stürzt.

In der Zukunft wäre vieles denkbar. Was würde Ihnen persönlich das Leben mit einem digitalen Boden erleichtern?

Susanne Schmidhuber: Ich spinne jetzt mal. Er müsste in der Nacht meine Schritte beleuchten, um mir den Weg zu weisen, so dass ich gar kein Licht mehr anmachen müsste. Das fände ich super. Oder ein selbstreinigender Boden. Dazu gibt es bereits Forschungen an Hochschulen. Oder einen Boden, der Fußabdrücke hinterlässt und sich dann wieder glättet. Natürlich Spielereien, aber gerade wenn man eine neue Technologie startet, muss sie auch die Chance haben, sich spielerisch zu entwickeln, um später wieder zur Basis und den wirklichen Notwendigkeiten zurückzukehren.

Photo credits: Copyright © SCHMIDHUBER, München

DDR-Wandteppich fürs Britische Museum London

Carpet Concept unterstützt die Sammlung des Britischen Museums in London mit der Schenkung eines Original DDR-Wandteppichs.

Alles begann mit einem kuriosen Fund in der Teppichboden-Manufaktur von Carpet Concept im thüringischen Münchenbernsdorf: 32 verschollene Wandteppiche aus DDR-Zeiten  wurden wiederentdeckt und erstmals im Dezember 2016 im Aedes Architekturforum in Berlin gezeigt. Die Geschichte der Teppiche und ihr Fund machten Furore und auch Hartwig Fischer, Direktor des Britischen Museums in London, wurde auf die Wandteppich-Originale aufmerksam.

 

Sofort interessierte ihn das Stück DDR-Historie, das bislang noch wenig bekannt war für seine Sammlung in London. Thomas Trenkamp, geschäftsführender Gesellschafter von Carpet Concept und zugleich Aussteller und Finder der Wandteppiche, gab nun eines seiner begehrten Originale als Schenkung an das Britische Museum in London weiter. Das Motiv des 7. Oktobers – der Tag der Republik-  soll Grundlage für eine neue, kunstgewerbliche Sammlung sein.

Was die DDR-Teppiche für das Britische Königreich so interessant macht, erläutert Dr. Hartwig Fischer, Director of the British Museum in London, im Interview.

 

Was macht die DDR-Wandteppiche für die Europa-Sammlung des Britischen Museums besonders interessant?

 

Hartwig Fischer: Das British Museum hat die Aufgabe, die Weltgeschichte darzustellen, und die DDR ist unzweifelhaft ein wichtiger Teil der europäischen Geschichte. Wir sind ausgesprochen dankbar für dieses großzügige Geschenk, das unsere Sammlung in diesem Bereich aufwerten wird.

 

 

 

Zwischen welchen Exponaten wird der DDR-Wandteppich hängen? Gibt es weitere, bezeichnende Exponate zur DDR-Geschichte im Museum?

 

Hartwig Fischer: Der Wandteppich wird Teil der Sammlungen der Britischen, Europäischen und Prähistorischen Abteilung sein, die unter anderem auch wichtige Stücke aus Deutschland, und auch Ostdeutschland umfassen, zum Beispiel Meißner Porzellan oder Glas aus Sachsen. Zudem besitzen wir eine graphische Sammlung mit Drucken und Gemälden deutscher Künstler (die in der DDR gelebt haben) sowie eine Münz- und Geldscheinsammlung aus kommunistischen Ländern.

 

Sie haben sich für den Teppich ‘7. Oktober 1949-1979’ entschieden – warum gerade für dieses Motiv?

 

Hartwig Fischer: Wir hielten dieses Motiv für besonders repräsentativ für die Ideologie der DDR. Es handelt von Selbstbeschreibung und der Erschaffung einer spezifischen Geschichte und Tradition. Dieses Beispiel ist äußerst aufschlussreich und ermöglicht uns die Darstellung des DDR-Kapitels in der deutschen Geschichte.

 

Sie waren zuvor Leiter des Museum Folkwang und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und sind seit 2016 Direktor des British Museum in London ernannt. Spielt die kunstgewerbliche Geschichte der DDR in Ihrem Hause eine größer werdende Rolle?

 

Hartwig Fischer: Natürlich umfasst unsere Sammlung kunsthandwerkliche Beispiele, aber wir sind in erster Linie ein Museum der Weltkultur. Wir sammeln Objekte, die es uns ermöglichen, die Geschichten von Kulturen über die Jahrtausende hinweg zu erzählen, und dieses Beispiel ist als Ausgangspunkt für die Darstellung der Geschichte der DDR besonders geeignet. Unsere Exponate zur angewandten Kunst sind überwiegend jüngeren Datums, und wir haben nur wenige Stücke aus DDR-Zeiten. Folglich ist dieser Wandteppich eine wichtige Schenkung, auf der wir unsere kunstgewerbliche Sammlung aufbauen können.

Kreatives Warschau

Coole Clubs, Geschichte, Kunst und CAS Rooms:

Aqina präsentiert Carpet Concept in Polens Hauptstadt.

Es ist derzeit die kreativste Metropole Polens: Warschau. Dort ist Aqina als Spezialist im Bereich exklusive Büroeinrichtung und Teppichboden mit einem großen Showroom vertreten. Seit zwei Jahren ist Aqina nicht nur Vertriebspartner von Carpet Concept, jetzt zeigt der Spezialist auch erstmals schwerpunktmäßig außergewöhnlich farb- und variantenreiche Produktwelten von CAS Rooms und CAS Objects. Für Carpet Concept startet damit die erste Showroom-Präsenz in Ost-Europa.

Mehr zu CAS

Fotos: Szymon Polanski 

Meister des deutschen Interior Design

Carpet Concept wird als einer der 50 besten deutschen Hersteller ausgezeichnet: das Buch Best of German Interior Design wählte ikonische Produkte aus, die zeigen, was Interior Design „Made in Germany“ wirklich ist.

Best of German Interior Design stellt die 50 renommiertesten deutschen Designer und die 50 besten deutschen Hersteller aus dem Bereich Inneneinrichtung vor. Damit beschreibt die Publikation eine Branche, die wie sie feststellte „in der Selbstwahrnehmung etwas unter den Radar zu fallen scheint“.

 

Weltweit hingegen genießen deutsche Kreative und produzierende Unternehmen einen hervorragenden Ruf. Deutsche Möbel, Teppichböden und Armaturen können inzwischen locker mit der europäischen Konkurrenz Schritt halten. Neben originellen Ideen überzeugen sie vor allem durch ihre herausragende Verarbeitung und Qualität. Die großen Namen und Marken wie auch Carpet Concept stehen inzwischen für einen wichtigen, internationalen Wirtschaftszweig und prägen das Gesicht Deutschlands im Ausland. Von der hochkarätig besetzten Jury wurde das Unternehmen Carpet Concept als einer der Pioniere ausgewählt, die es vermochten, Teppichböden neu zu denken und gleichermaßen mit ihrer Produktion „Made in Germany“ zu überzeugen.

 

Der opulent ausgestattete Bildband präsentiert eine große Anzahl ikonischer Produkte, die zeigen, was Interior Design „Made in Germany“ wirklich ist. Essays namhafter Autoren greifen zudem wichtige Themen und Standpunkte zum aktuellen Design-Diskurs auf und zeigen somit den kulturgeschichtlich-historischen Hintergrund von zeitgenössischem Design auf.

 

Mit Texten von Dr. Andreas Görgen (Ministerialdirektor, Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation, Auswärtiges Amt), Birgitta Homburger (Creative Director Studio Lambl/Homburger), Prof. Dr. Dirk Boll (Präsident Christie’s Europa & Vereinigtes Königreich, Mittlerer Osten, Russland & Indien), und anderen.