Bauhaus Kap

100 Jahre, aber kein bisschen aus der Mode:
Das Bauhaus in Krefeld entdecken.

 

Erkundungen in der Samt- und Seidenstadt: Bauhaus und Seidenindustrie im Krefeld Pavillon von Thomas Schütte – Ausstellung: „anders wohnen“ in den Kunstmuseen Haus Lange + Haus Esters

Bauhaus in Krefeld? Das Bauhaus verortet man eher in Weimar. 1925 zog es von dort aus nach Dessau und wurde 1933 in Berlin geschlossen. Und Krefeld?

Die Stadt am Niederrhein, für ihre einstige Samt- und Seidenindustrie bekannt, ist enger mit dem Bauhaus verknüpft, als die meisten wissen.

In einem eigens für das Jubiläum „100 jahre bauhaus“ errichteten Ausstellungsort, der begehbaren Skulptur Krefeld Pavillon des Künstler Thomas Schütte, erzählen Dokumentarfilme die Geschichte des Bauhauses und seiner Verbindung zur in Krefeld konzentrierten Seidenindustrie. Die auf neuesten Forschungsergebnissen basierende Ausstellung beleuchtet die Hintergründe dieser über 40-jährigen Verbindung und das Wirken von 25 Bauhäuslern, die in Krefeld lebten, lernten und arbeiteten.

In einer kurzen Einführung stellt Christiane Lange, Initiatorin und Kuratorin des Projektes, seine Entstehung und das kuratorische Konzept vor.

Über 40 Ausstellungen und Projekte erinnern in Nordrhein-Westfalen an die Gründung der berühmten Reformschule. Dazu gehört auch das über die Landesgrenzen bekannte Villenensemble der Häuser Lange und Esters, nur einen Spaziergang vom Krefeld-Pavillon entfernt. Sie beschäftigen sich mit dem Thema „anders wohnen“.

Wie wohnten wir gestern, wie heute und wie werden wir morgen wohnen? Diese Fragen werden in dem berühmten Ensemble untersucht. Die Bauhausikonen von Ludwig Mies van der Rohe, die die Krefelder Industriellen Hermann Lange und Josef Esters in Auftrag gaben, werden zur experimentellen Diskussionsplattform sowie zu Denk- und Fabrikationslaboren.

PROGRAMM

Carpet Concept und das KAP Forum laden zur überraschenden Bauhaus-Tour durch die Textilstadt Krefeld.

Start:
Freitag, 14. Juni 2019. Treffpunkt: Museen Haus Esters und Haus Lange, Wilhelmshofsallee 91-97, 47800 Krefeld. Zeitumfang:
15.00 bis 18.30 Uhr Ausklang:
ab 19.00 Uhr im Ristorante La Riva, Dammstr. 18, Krefeld-Uerdingen (am Rhein)

Start 15.00 Uhr
• Eigene Anreise nach Krefeld. Treffpunkt: Kunstmuseen Haus Lange / Haus Esters
• Besuch der Museen Haus Esters und Haus Lange mit Führung durch den Garten. Wilhelmshofsallee 91-97, 47800 Krefeld, Telefon: +49-2151-975580.

ca. 16.30 Uhr
• Besuch der Ausstellung: Bauhaus und Seidenindustrie im Krefeld Pavillon von Thomas Schütte

Laufweg von Museen zu Parks:
300 m, u.a. vorbei an Privathäusern der Bauhaus-Zeit. Info: Der Krefeld Pavillon von Thomas Schütte ist 200 Quadratmeter groß. Er wurde von RKW+, Düsseldorf im Auftrag von Projekt MIK e.V. realisiert. Anwesend wird RKW+ Architekt Lars Klatte sein.

19.00 Uhr
Ausklang: Ristorante La Riva, Dammstr. 18, Krefeld-Uerdingen (am Rhein) - www.la-riva.net

Leitung + Organisation:
Andreas Grosz, Leiter KAP Forum für Architektur + Stadtentwicklung
Thomas Trenkamp, Geschäftsführender Gesellschafter, Carpet Concept
Inken Herzig. Grosz-Herzig. Architektur-Kommunikation.

Referentin:
Christiane Lange, Projekt MIK e.V. - www.projektMIK.com

Zum Thema:
1. Haus Esters und Haus Lange
Die zwei benachbarten Wohnhäuser, die Ludwig Mies van der Rohe im Auftrag der Krefelder Seidenfabrikanten Dr. Josef Esters und Hermann Lange entwarf, können zu Recht als Ikonen der Moderne bezeichnet werden. Die Ende der 1920er Jahre erbauten zweigeschossigen Häuser tragen die Namen ihrer Auftraggeber „Haus Esters“ und „Haus Lange“ und gelten mit den ineinandergeschobenen Quadern und den charakteristischen Flachdächern als Musterbeispiele der klassischen Moderne. Sie entstanden etwa zur gleichen Zeit wie Haus Tugendhat in Brünn (Brno) und der weltberühmte Barcelona-Pavillon, die ebenfalls von Ludwig Mies van der Rohe entworfen wurden.

2. Gebäude-Skulptur Krefeld Pavillon des Künstlers Thomas Schütte - eines der spektakulärsten und einzigartigen Projekte des Bauhaus-Jahres

Bei der Gebäude-Skulptur Krefeld Pavillon des weltweit renommierten Künstlers Thomas Schütte handelt es sich um ein temporäres Bauwerk, eine begehbare Skulptur. Er wurde im Auftrag von Projekt MIK e.V. von RKW+ Architektur realisiert und von Krogmann Ing.-Holzbau GmbH ausgeführt.

Der Krefeld Pavillon ist Teil des kuratorischen Konzeptes der Ausstellung Bauhaus und Seidenindustrie.

„Die Entscheidung, einen Künstler um einen Entwurf für den Ausstellungsort zu bitten, fiel sehr bewusst“, erläutert Christiane Lange, „sie ist als Würdigung der bildenden Kunst zu verstehen, welche die Entwicklung des Bauhauses ermöglichte und als entscheidender Impulsgeber das Denken und Wahrnehmen der Krefelder Akteure prägte. Und sie ist als bewusste Irritation zu deuten, um der klischeebesetzten Vereinnahmung des Bauhauses entgegenzutreten.“

Schütte setzt sich in seiner Werkgruppe der Modelle seit Jahrzehnten mit architektonischen Formen auseinander. Das Bauhaus und seine Idee von Architektur spielen für den Künstler dabei keine Rolle.