Silicon Valley

Silicon Valley der Qualitätsprodukte

Was bedeutet "Made in Germany" heute? Nachhaltigkeit und lokale Produktion sind einige der Stärken, mit denen deutsche Unternehmen werben. Aber was heißt es, heute eine Firma in Deutschland zu führen, die weltweit präsent ist und sich erfolgreich von Designed in Italy oder den USA unterscheiden muss?

Wie deutsche Unternehmen international erfolgreich agieren und warum sie auf den Standort Deutschland setzen, diskutierte eine hochkarätige Unternehmer-Runde im Kap Forum Köln. Zu Gast waren Andreas Dornbracht, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Dornbracht, Leo Lübke, geschäftsführender Gesellschafter von COR Sitzmöbeln; Thomas Trenkamp, geschäftsführender Gesellschafter von Carpet Concept und Steffen Salinger, Geschäftsführung Artemide.

Der Abend offenbarte die Stärken des deutschen Mittelstands: die Möglichkeit der Individualisierung von Produkten, das starke Vorantreiben von Innovationsfähigkeit durch den deutschen Standort. „Wir haben schon früh auf den Produktionsstandort Deutschland gesetzt und Teppichboden immer als „textilen Baustoff“ verstanden,“ erklärte Thomas Trenkamp. „Produktentwicklung als kontinuierlichen Prozess zu sehen“, war ein Schlüssel für den Erfolg seines Unternehmens Carpet Concept. „Made in Germany hat viel mit der Produktphilosophie zu tun und zwar vor allem mit den Faktoren Funktionalität und Gestaltung sowie Nachhaltigkeit,“ ist er überzeugt. Leo Lübke folgte ihm: „Der Antrieb, ein Unternehmen zu leiten, ist nicht ausschließlich monetärer Natur. Befriedigender als die Gewinnmaximierung oder Umsatzsteigerung ist die Realisierung von Ideen, die der Gründer voller Leidenschaft verfolgt hat. Für mich persönlich ist es sehr befriedigend, viele unterschiedliche handwerkliche Berufe unter einem Dach zu vereinen und den Mitarbeitern gute Arbeitsplätze anbieten zu können.“

Deutlich wurde in der Diskussion, dass Nachhaltigkeit, Flexibilität und lokale Produktion keine Lippenbekenntnisse des Mittelstands sind, sondern echte Stärken, zu der noch eine weitere kommt, die Andreas Dornbracht ergänzte: „Wir als Mittelstand haben eine Riesenchance, dass wir mit unserem Eigentum dafür einstehen und gewissen moralischen Prinzipien auch folgen,“ erklärte der geschäftsführende Gesellschafter von Dornbracht. Dass der Wert „Made in Germany“ für einen klaren Qualitätsbegriff, untermauert durch die Trias „Innovation, Entwicklungs- und Produktqualität“ steht, unterstrich auch Steffen Salinger: Letztlich gehe es vor allem um „Werte“ – und diese Übereinstimmung treffe auch auf sein  italienisches Unternehmen Artemide zu.